„Totgesagte leben länger!"


PREMNITZ ■ Hinter der 1. Männermannschaft des TSV Chemie Premnitz liegt eine aufregende Saison. Nur die kühnsten Optimisten trauten der Mannschaft um Spielertrainer Christian Fehlberg nach der total verkorksten ersten Halbserie noch den Klassenerhalt zu. Nach dem Abstieg aus der Landesliga Nord fiel die Mannschaft in ein Loch. Schon die Vorbereitungsphase im Sommer verlief katastrophal. Ausdruck dafür war dann auch die Hinrunde der abgelaufenen Saison. Es setzte reihenweise zum Teil kräftige Niederlagen. Nach zwei Spieltagen hatte der TSV nach Niederlagen gegen Kyritz und den Kuckuck Kickers zwölf Gegentore. Nach Abschluss der Hinserie lag der TSV schließlich abgeschlagen auf dem 15. Tabellenplatz. Nur 10 Punkte standen auf dem Konto und das Torverhältnis von 23:47, das schlechteste aller Mannschaften der Landesklasse West, machte deutlich, wo die Probleme lagen.

Mit den Zugängen von Torwart Mario Rotter und Rene Ferch kam dann ein neuer Geist in die Mannschaft. Mit Matthias Groß konnte aus der 2. Mannschaft ein Spieler aktiviert werden, der auf der ungewohnten Liberoposition nach nur kurzer Anlaufphase zu einer festen Größe in der Landesklasse-Elf wurde.Auf Grund der milden Witterung im Januar konnte die Mannschaft praktisch ohne Pause trainieren und schon in den Vorbereitungsspielen, wo unter anderem ein 1:1 beim FSV Optik Rathenow erreicht wurde, zeigte die Formkurve deutlich nach oben. So legten die Fehlberg-Schützlinge dann eine Serie von fünf gewonnenen Spielen hin. Unter anderem wurde der hohe Favorit Prignitzer Kuckuck Kickers mit seinen brasilianischen Gastspielern beim 3:0-Erfolg in Premnitz regelrecht an die Wand gespielt. Aber auch von Rückschlägen blieb der TSV in der Rückrunde nicht verschont. Immer wenn es gegen Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen ging, tat sich der TSV schwer. Beim BSC Süd 05 II unterlag man in der Schlussminute 1:2, beim Absteiger Kirchmöser verlor der TSV nach einer schwachen Leistung ebenfalls 1:2.Drei Spiele verlor Premnitz in Folge, erholte sich dann aber wieder und setzte mit dem 2:0-Erfolg in Ketzin im richtigen Moment ein Zeichen in Richtung Klassenerhalt.

In der Schlussphase der Saison machte mit Rene Boltze ein Spieler auf sich aufmerksam, der nach einem Kreuzbandriss lange zuschauen musste. Er wurde von Spiel zu Spiel stärker und dürfte bei richtiger Fitness in der kommenden Saison ein absoluter Leistungsträger werden.Den Klassenerhalt sicherte sich der TSV bereits einen Spieltag vor Schluss durch einen 3:l-Erfolg über Babelsberg 74. Wenn man nur die Rückrandentabelle betrachtet, so findet man den TSV auf dem 3. Platz wieder. Nur Aufsteiger MSV Neuruppin II und die Kuckuck Kickers waren erfolgreicher.Erfolgreichster Torschütze war Spielertrainer Christian Fehlberg mit 16 Treffern bei 26 Einsätzen. Kapitän Christian Ohle und Rene Kersten waren mit 28 Einsätzen fast in allen Spielen des TSV auf dem Platz.

Bei der Abschlussfeier der 1. Männermannschaft wurde der Spieler des Jahres ausgezeichnet. Die Wahl fiel auf einen der Jüngsten in der Premnitzer Mannschaft, Maurice Nürnberg. Er entwickelte sich im Laufe der Saison zu einer festen Größe in der Elf und kochte so manchen alten Hasen ab. Vor allem seine ruhige besonnene und faire Art, er sah in 25 Saisonspielen nur fünf Gelbe Karten, zeichnete ihn immer wieder aus.

Weiterhin kamen folgende Spieler zum Einsatz: Rene Kersten (28), Christian Ohle (28), Christian Fehlberg (26), Dirk Briese (25), Moris Nürnberg (25), Steven Schmeling (24), Jens Fingerhut (23), Alexander Jurk (23), Matthias Sell (22), Robert Rades (21), Matthias Groß (20), Marcel Liebner (18), Falko Neuber (18), Sascha Milde (15), Rene Ferch (13), Mario Rotter (13), Daniel Rudolph (13), Sebastian Fehlberg (10), Rene Boltze (7), Musa Arana (6), Salvator Mba (4), Stefan Wittschorek (4), Lars Klemmer (3), Jan Berner (2), Sebastian Franke (2), Oliver Löbel (2) und Thomas Krüger.

Die Planung für das neue Spieljahr ist bereits abgeschlossen. Trainingsauftakt ist am 5. Juli.